Wo ist die Berliner Mauer?

Sie war das Sinnbild der deutschen Teilung, mehr noch als die Grenze mit den Selbstschussanlagen. Noch heute wird der Mauertoten gedacht, die Mauerspechte haben die Steine, die sie aus der Mauer gehauen haben entweder in der Vitrine oder zu Geld gemacht und Schlüsselanhänger mit Mauerstücken verkaufen sich gut als Souvenir. Aber wer heute nach Berlin kommt, wird Schwierigkeiten haben, die Mauer zu finden. Denn das Bauwerk, dass Walter Ulbricht in Abstimmung mit der Sowjetunion 1961 errichten ließ, ist heute nur schwer zu finden.

Der Grund liegt darin, dass mit dem Fall der Mauer diese auch weitgehend abgerissen wurde. Am 1. Juli 1990, etwas mehr als ein halbes Jahr nach dem Fall der Mauer, waren die meisten der 174 Kilometer von Soldaten der Bundeswehr und der DDR abgetragen. Viele Mauerteile wurden in Museen und Städte auf der ganzen Welt verschickt. In Berlin blieben nur sechs Abschnitte erhalten.

Besucher wollen Mauergeschichte sehen

Die Hauptgedenkstätte ist seit 1998 an der Bernauer Straße entstanden. Hier befinden sich Reste der Mauer und der Grenzsicherungsanlagen, aber auch ein Dokumentationszentrum und die Kapelle der Versöhnung.

Am ehemaligen Checkpoint Charlie, dem Übergang aus dem einstigen amerikanischen Sektor, hat der Aktivist Rainer Hildebrandt das Mauermuseum ins Leben gerufen, dass heute von einer Arbeitsgemeinschaft betrieben wird und ebenfalls an die Geschichte dieses historischen Bauwerks erinnert. Es ist aber auch ein Mahnmal für die Menschenrechte und heute eines der am meisten besuchten Museen Berlins.

Man kann heute per Rad den Mauerweg entlang radeln, der fast 160 Kilometer umfasst und entlang des ehemaligen Grenzstreifens führt. Viele der Grenzflächen liegen heute immer noch brach, und auch wenn es keine Mauer mehr gibt, sind sie immer noch lebendige Zeugen der einstigen Teilung der Stadt. Lediglich auf keinen Flächen sieht man die Mauer, die aber meistens durch Graffiti oder durch bezahlte Künstler bemalt worden sind. Mauerkunst galt einen zeitlag sogar als eigenes Genre.