Hamburg erste Stadt mit Fahrverboten für Dieselfahrzeuge

Die Behörden in Hamburg werden einige Dieselfahrzeuge auf zwei Hauptverkehrsadern verbieten, um die Luftqualität zu verbessern.

Ein 1.600 Meter langer Abschnitt der Stresemannstraße im Stadtteil Altona wurde bereits ab dem 31. Mai für ältere Dieselfahrzeuge gesperrt.

In der Zwischenzeit werden sowohl dieselbetriebene Lkw als auch Pkw, die nicht den neuesten Euro-6-Abgasnormen entsprechen, auf einer 580 Meter langen Strecke einer weiteren großen und stark verschmutzten Straße, der Max-Brauer-Allee, verboten.

Ausnahmen werden für Anwohner und Unternehmen sowie für Lieferfahrzeuge, Krankenwagen und die Müllabfuhr gewährt.

Die Entscheidung des obersten deutschen Verwaltungsgerichts Ende Februar, dass Städte ältere Dieselfahrzeuge auf bestimmten Straßen verbieten könnten, um die Umweltverschmutzung zu verringern, hat die Autofahrer in Bedrängnis gebracht.

Regierungsbeamte haben nach Möglichkeiten gesucht, die Luftqualität zu verbessern, ohne Verbote zu verhängen.

Sie befürchten, dass Sperrzonen das Leben der Bürger und die Wirtschaft stören und den Wiederverkaufswert älterer Dieselkraftstoffe massiv beeinträchtigen könnten.

“Wir haben ein sehr konkretes Maßnahmenpaket mit dem klaren Ziel, die Luft zu reinigen, ohne die Mobilität einzuschränken”, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer der Augsburger Allgemeinen Zeitung.

Während im vergangenen Jahr rund 66 Städte die Grenzwerte für die Luftverschmutzung überschritten haben, will Berlin nun die Zahl “sehr schnell im einstelligen Bereich” senken.

Aber die Verkäufe von Dieselautos sind bereits eingebrochen, nach Jahren des Skandals um Millionen von Fahrzeugen, die vom Autogiganten Volkswagen manipuliert wurden, um die Emissionskontrollen der Regulierungsbehörden zu täuschen – mit Verdacht auch auf andere Autohersteller.

Bisher hat die Regierung die Idee abgelehnt, die Autohersteller zu zwingen, für die Umrüstung älterer Dieselmotoren auf die neuesten Abgasnormen zu zahlen.

“Es liegt nicht in unserem Interesse, die Automobilindustrie mit politischen Maßnahmen zu schwächen, damit sie nicht in ihre eigene Zukunft investieren kann”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Parlament.

Die Besorgnis Deutschlands um seine Automobilindustrie findet kein Verständnis in Brüssel, wo die Europäische Kommission in der vergangenen Woche erklärte, dass sie Deutschland und fünf weitere Mitgliedsstaaten wegen der Nichteinhaltung der Luftqualitätsnormen des Blocks vor Gericht stellen werde.