Fahrradverleihdienst Obike reduziert Angebot in München

Der Verleiher Obike aus Singapur hat damit begonnen, einen großen Teil seiner Flotte aus München abzuziehen. Seit Ende April 2018 sind es statt 6.800 Fahrräder nur noch 1.000. Die gesammelten Fahrräder sollen auf andere deutsche Städte wie Frankfurt, Berlin und Hannover verteilt werden.

Obwohl München bis Ende des Jahres nicht die gewünschte Anzahl von 12.000 Leihfahrrädern in der Stadt anbieten wird, werden sich viele Münchner über das Verschwinden der auffällIgen gelben Obikes freuen. Innerhalb kurzer Zeit hat der Anbieter die Stadt im Sommer 2017 mit Fahrrädern überschüttet und dabei oft bis zu 30 Fahrräder an einem einzigen Ort platziert. Die sonst eher toleranten Münchner reagierten darauf mit Vandalismus – schon bald befanden sich die Räder in der Isar, hingen an Straßenlaternen und in Baumkronen, wurden beschädigt oder besprüht, oder im harmlosesten Fall auf den Kopf gestellt. Zahlreiche Beispiele machten auf Twitter unter dem Hashtag #sadobike die Runde.

Als Grund für die Reduzierung des Angebots an Leihrrädern gab der Dienstleister an, dass die mit diesem Vandalismus verbundenen hohen Wartungskosten auf Dauer nicht tragbar seien. Der Wirtschaftsstandort München ist für das Unternehmen aus diesem Grund nicht weiter rentabel und zwingt das Unternehmen zu dieser massiven Reduzierung des Angebots.

Allerdings fiel Obike auch durch angebliche Sicherheitslücken in den Benutzerdaten negativ auf. So wurde in der Stadt Berlin ein Überprüfungsverfahren gegen Obike durch den örtlichen Datenschutzbeauftragten eingeleitet. Datenschutz spielt vor allem für die junge Generation, die Zielgruppe von Obike, eine große Rolle.

Sowohl Obike als auch die Stadt München haben aus den Fehlern gelernt: Der Stadtrat hat einen Leitfaden für Fahrradverleiher herausgegeben, um ähnliche Bedingungen in Zukunft zu vermeiden. Obike und andere Anbieter werden nicht mehr als fünf Fahrräder an einem Standort platzieren und in den betroffenen Städten Serviceteams zur Verfügung stellen, um sicherzustellen, dass die Fahrräder zu jeder Zeit voll funktionsfähig und nicht beschädigt oder unpassend “geparkt” sind.